Breaktrough
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Breaktrough
Hölderlins Liste
oder
So kam ich unter die Deutschen.
Sechs Bilder
2009
Malerei auf Goldgrund auf Faserplatte
200 cm x 160 cm
Einführung zu einem Bilderzyklus des Berliner Malers Robert Weber
Von Stefan Münker
Robert Webers Bilder umspielen das Thema des „breakthrough“ mit einer doppelbödigen Strategie. Auf die großen, goldenen Bildgründe hat Weber Zitate der Liste seiner Habseligkeiten aufgetragen, die der damals junge Maler für seinen Grenzübertritt im Sommer 1985, vier Jahre vor dem Fall der Berliner Mauer, zusammenstellen musste. Die Liste ist das profane Symbol seiner Reise von Deutschland nach Deutschland, von der DDR in die BRD; einer Reise, die Weber mit Hölderlins Hyperion unter das Motto „So kam ich unter die Deutschen“ gestellt hat. Im Gegensatz zur sachlichen Maschinenschrift der Reisegepäckliste sind Farbereignisse und verschiedenen Hölderlinzitate in malerischer Geste in das Gold eingeschrieben und stehen allegorisch für innere Erfahrungen. Über die Mauer zu gelangen heißt nicht, ans Ziel zu kommen – denn auch auf der anderen Seite sind die entscheidenden Grenzen unüberwunden, ja, vielleicht unüberwindbar: ästhetische Grenzen künstlerischer Konventionen ebenso wie existentielle Grenzen des menschlichen Seins. Diese Erfahrung ist für die weitere künstlerische Reise Webers zentral, und so dokumentiert sein Bilderzyklus auf der weiteren Ebene die Erkenntnis, dass die entscheidende Grenzüberschreitung nie mehr als eine Verheißung ist, die im künstlerischen Werk selber aufscheinen kann. Das Gold der Bilder ist so keine Allegorie materiellen Reichtums und äußerer Freiheit, wie sie der vermeintlich „goldene Westen“ verspricht. Der goldene Bildraum ist vielmehr reines Licht, einer übergeordneter fast spirituellen Erfahrung bildimmanenter Transzendenz: Gefangen im Rahmen des gemalten Werks als einer Mauer, die Grenzen der Kunst nicht durchbricht, gegen die Weber seine Bilder aber immer wieder anrennen lässt.
„Wie der Zwist der Liebenden, sind die Dissonanzen der Welt.
Versöhnung mitten im Streit und alles Getrennte findet sich wieder.“
Hölderlin, Hyperion
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